Verfolgtenverbände

Häftlingsverbände in Deutschland

Die ersten KZ-Überlebenden organisierten sich sofort nach ihrer Befreiung – in Hamburg im „Komitee ehemaliger politischer Gefangener“. Sie bemühten sich um soziale Betreuung, forderten Entschädigung für die KZ-Haft, Strafverfolgung der Täter und Entnazifizierung, sie dokumentierten die Verbrechen und führten Gedenkfeiern durch. Aus diesem Komitee entstand die Hamburger „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (VVN). Im Kalten Krieg wurde die VVN Anfang der 1950er-Jahre in einigen Bundesländern verboten (in Hamburg 1951).

Die Namen und Logos der verschiedenen Verfolgtenverbände

In der DDR wurde die VVN aufgelöst und durch das „Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer“ ersetzt. Neuengamme-Überlebende gründeten 1948 die anfangs gesamtdeutsche „Arbeitsgemeinschaft Neuengamme“. In der DDR gab es seit 1965 eine eigene Lagergemeinschaft. 1958 war der westdeutsche Häftlingsverband Mitbegründer der „Amicale Internationale de Neuengamme“ (AIN).

Die Amicale Internationale

Die Geschichte der Neuengamme-Lagergemeinschaften ist wesentlich durch die Nachkriegsgeschichte der einzelnen Länder und den Kalten Krieg geprägt. In Frankreich und Belgien organisierten sich heimgekehrte Neuengamme-Häftlinge bereits 1945. In Osteuropa konnten sich Überlebende dagegen meist nur staatlichen Kriegsveteranenverbänden anschließen. Doch hielten ehemalige Neuengamme-Häftlinge auch international untereinander Kontakt. Im Jahr 1958 gründeten die belgische, die französische und die deutsche Lagergemeinschaft die „Amicale Internationale de Neuengamme“ (AIN). Ihr schlossen sich weitere nationale Verbände an. Dieser internationale Dachverband hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Geschichte des KZ Neuengamme nicht in Vergessenheit geriet.

Vertiefendes Material zum Thema in der Lernwerkstatt Gefängnis und Gedenkstätte
virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

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Telefon: +49 40 428 131 551