Rathausausstellungen
Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus führt die KZ-Gedenkstätte Neuengamme jedes Jahr im Januar eine Ausstellung im Hamburger Rathaus durch. In der nachfolgenden Übersicht sind die Ausstellungen aufgeführt, die aktuell im Medienindex der Lernwerkstatt Offenes Archiv digital einzusehen sind.
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„Kultur unter Kontrolle“ (Rathausausstellung 2026)
Welche Funktionen hatte Kultur im nationalsozialistischen Hamburg? Die Ausstellung zeigt, wie Kultureinrichtungen sich anpassten, Teil der NS-Propagandamaschinerie wurden und bei Verfolgungsmaßnahmen mitwirkten. Auch berichtet sie über verdeckte Auflehnung und vereinzelten Widerstand.

2025: „Ausgeraubt vor der Deportation“
Vor der Deportation in Ghettos und Vernichtungslager wurden Jüdinnen und Juden sowie Sinti* und Roma* vom NS-Staat ausgeplündert. Hamburger Finanz- und Zollbeamte setzten die staatlichen Vorgaben für diese Beraubung unerbittlich um. Gezielt vernichteten sie die wirtschaftliche Existenz der Verfolgten und nahmen ihnen ihren Besitz.

„Rechte Gewalt in Hamburg von 1945 bis heute“ (Rathausausstellung 2024)
Rechtsextreme Überzeugungen und Gewalttaten nehmen in Deutschland wieder bedrohlich zu. Diese Ausstellung erzählt die Geschichten der Betroffenen rechter Gewalt in Hamburg. Zugleich nimmt sie die Akteure und Netzwerke alter und neuer Nazis in den Blick. Sie zeigt die Entwicklung rechter Gewalt in Hamburg über viele Jahrzehnte ebenso wie Formen von Gegenwehr aus Gesellschaft und Politik.

„Zwischen Zwangsfürsorge und KZ“ (Rathausausstellung 2022)
Tausende in Armut lebende und gesellschaftlich unangepasste Menschen wurden im Nationalsozialismus als angeblich „asozial“ verfolgt. Erst 2020 erkannte sie der Deutsche Bundestag als NS-Opfer an. Wer waren diese Frauen und Männer, Jugendlichen und Kinder? Was hatten sie erlitten? Warum blieb ihre Verfolgungsgeschichte jahrzehntelang unbeachtet?

„Überlebt! Und nun?“ (Rathausausstellung 2020)
Die meisten NS-Verfolgten waren nach Kriegsende krank, ausgezehrt und nur notdürftig bekleidet. Wie sollten sie nach Hause kommen? Hatten sie überhaupt noch ein Zuhause und eine Familie? Die Rückkehr in ein „normales“ Leben war für die Überlebenden oft ein schwieriger Prozess. Nicht für alle bedeutete die Befreiung auch ein Ende der Not.

„Eine Stadt und ihr KZ“ (Rathausausstellung 2019)
Die Stadt Hamburg hat sich an der Gründung und am Ausbau des KZ Neuengamme beteiligt und von Zwangsarbeit profitiert. Nach schweren Luftangriffen im Sommer 1943 wurden erstmals Hunderte KZ-Häftlinge zur Leichenbergung und Trümmerräumung im inneren Stadtgebiet eingesetzt. Ab 1944 enstanden 15 KZ-Außenlager in Hamburg.

„Rund um die Alster“ (Rathausausstellung 2018)
An Orten wie der Binnen- und Außenalster, dem Stadtparksee, dem Osterbekkanal und Goldbekkanal zeigen sich wenig bekannte Aspekte der Geschichte Hamburgs im Nationalsozialismus. Es sind Orte von Machtausübung, Opportunismus, Protest und Widerstand, von Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit.

„Die Hamburger Curiohaus-Prozesse“ (Rathausausstellung 2017)
Das Curiohaus in Hamburg-Rotherbaum war von 1945 bis 1949 der wichtigste Gerichtsort für die Kriegsverbrecherprozesse in der britischen Besatzungszone. Wer waren diese Angeklagten, für welche Verbrechen wurden sie zur Rechenschaft gezogen? Wer waren ihre Opfer?

„Hamburger Fußball im Nationalsozialismus“ (Rathausausstellung 2016)
Im Nationalsozialismus wurden Sportvereine „gleichgeschaltet“ und militärischer Drill eingeführt. Sportler*innen wurden aus rassistischen und politischen Gründen ausgeschlossen, verfolgt und ermordet. Wie hat diese nationalsozialistische Sportpolitik den Hamburger Fußball beeinflusst?

„Deportiert ins KZ Neuengamme“ (Rathausausstellung 2015)
Im Zweiten Weltkrieg führten Wehrmacht, SS und Polizei in den von Deutschland besetzten Ländern Europas nach angeblichen oder tatsächlichen Anschlägen und anderen Widerstandsaktionen „Vergeltungsmaßnahmen“ durch: Massenerschießungen, Niederbrennen von Ortschaften und Deportation von Teilen der Bevölkerung.

„Euthanasie“ (Rathausausstellung 2014)
Im Nationalsozialismus galten Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten, oder weil man sie als „asozial“ einstufte, als „lebensunwert“ und wurden ermordet. Wie liefen diese „Euthanasie“-Verbrechen in Hamburg ab? Wer waren die verantwortlichen Täter und Täterinnen? Und wer waren die Opfer?

„Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg“ (Rathausausstellung 2013)
Wehrmachtgerichte ließen während des Zweiten Weltkrieges über 30 000 Soldaten und Zivilisten hinrichten. Allein in Hamburg führten sie zwischen 65 000 und 90 000 Verfahren durch. Deserteure und andere Opfer des NS-Militärjustiz wurden erst zwischen 1998 und 2009 vom Deutschen Bundestag als NS-Opfer anerkannt. Wer waren diese Menschen? Warum wurden sie verurteilt? Und wie wurde nach Kriegsende mit den verantwortlichen Tätern umgegangen?

„Dokumentation Stadthaus“ (Rathausausstellung 2012)
Die Polizei wurde im Nationalsozialismus umgebaut. Ab 1936 unterstand sie dem Kommando des „Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei“, Heinrich Himmler. Sicherheitspolizei (Kripo und Gestapo) und Ordnungspolizei (Schutzpolizei, Luftschutzpolizei, Feuerschutzpolizei u. a.) waren seitdem von der SS gelenkte Machtinstrumente.

„Im Fokus: Das KZ Neuengamme und der Ort danach“ (Rathausausstellung 2011)
Von dem KZ Neuengamme sind verschiedene Bilddokumente überliefert: Häftlingszeichnungen, Fotos der SS-Fotografen und Fotos der britischen Ermittler nach Kriegsende. Was verraten uns Bilder über die Geschichte des Lagers? Und was ist auf den Bildern nicht zu sehen?

„Die Freiheit lebt!“ (Rathausausstellung 2010)
Von Beginn an gingen die Nationalsozialisten mit Verboten, Verhaftungen und Terror rücksichtslos gegen Oppositionelle vor. In allen Hamburger Stadtteilen entstanden Widerstandsgruppen: in Betrieben und Vereinen, teils auch in religiösen Gemeinschaften.

„...dass wir es verstanden haben, in dem fürchterlichen Kampf Frauen zu bleiben.“ (Rathausausstellung 2004)
Das KZ Neuengamme hatte 24 Frauenaußenlager, davon 8 in Hamburg und in Wedel. Die Ausstellung zeigt den Alltag und die Arbeit der weiblichen Häftlinge in den Hamburger Außenlagern, die spezifischen Probleme und Überlebensstrategien der Frauen sowie ihr Leben nach dem Überleben. Sie beschäftigt sich auch mit den Tätern und Täterinnen sowie dem Gedenken an den Orten ehemaliger Außenlager heute.

„Konzentrationslager Fuhlsbüttel - ein Ort der Willkür und Gewalt“ (Rathausausstellung 2003)
Ab März 1933 wurden einige Gebäude der Strafanstalten Fuhlsbüttel als Konzentrationslager genutzt. SA und SS inhaftierten dort politische Gegner*innen des Naziregimes. Über 200 Menschen wurden im KZ Fuhlsbüttel von den SA- und SS-Wachmannschaften oder der Gestapo ermordet.