Zeittafel

1940

Januar
Himmler in Hamburg. Der Reichsführer-SS braucht neue Konzentrationslager, weil seit der Besetzung Polens über 40.000 Polen inhaftiert wurden. Himmler bestimmt, dass Neuengamme zum eigenständigen Konzentrationslager ausgebaut wird.

März bis Juni
Aus Sachsenhausen kommen mehrere Transporte mit Häftlingen nach Neuengamme, bis Juni insgesamt etwa 200-250 Häftlinge. Der neue Kommandant Eisfeld führt die Terrormethoden ein, die in den Konzentrationslagern üblich sind. Schläge und Schikane begleiten die Inhaftierten von nun an den ganzen Tag über. Nach kurzer Zeit gibt es die ersten Todesfälle.

3. April
Überraschender Tod Eisfelds während eines Besuchs in Dachau.

15. April
Weiß wird neuer Kommandant. Er hält sich stärker im Hintergrund, sorgt aber für denselben Terror.

April bis Oktober
Das neue Lager wird südlich der Ziegelei auf Wiesen errichtet, die von Gräben durchzogen sind. Mit einfachsten Mitteln werden die ersten Baracken aufgestellt. Anfang Juni sind drei Baracken für die SS und die ersten drei Häftlingsblocks provisorisch fertig.

4. Juni  
Verlegung der Häftlinge ins neue Lager. Sie erhalten neue Nummern. Die neu eintreffenden Häftlinge werden fortlaufend numeriert.

Juni bis  Dezember
Von nun an kommen in großer Zahl neue Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern nach Neuengamme: bis zum Jahresende über 3000 aus Sachsenhausen, im Dezember etwa 500 aus Buchenwald, darunter erstmals Polen in größerer Zahl. Die meisten dieser Häftlinge stammen aus Strafkompanien oder ähnlichen Einrichtungen mit verschärften Haftbedingungen. Nach Auffassung der SS erhalten sie im Aufbaulager Neuengamme eine neue Chance. Sie müssen Gräben zuschütten und Baracken errichten. Im Juli erfolgt der erste Spatenstich für das neue Klinkerwerk. Etwa zur gleichen Zeit beginnt der Ausbau der Dove Elbe zum Schiffsweg. Im Herbst steigt die Zahl der Kranken und Toten wegen der primitiven Unterbringung und Bekleidung und der harten Arbeitsbedingungen stark an. Die Ernährung wäre noch gerade eben ausreichend, wenn es nicht die schwere körperliche Arbeit gäbe.  Im Oktober sind die wichtigsten Bauten des Häftlingslagers fertig: 18 Unterkunftsblocks (4 davon werden zunächst für Werkstätten und Materiallagerung genutzt), Küche, Arrestbau, Krankenrevier u. a. Es gibt noch kein fließendes Wasser und keine Möbel in den Unterkünften. Weil Wege und Plätze noch nicht befestigt sind, versinkt das Lager bei Regen in Schlamm und Morast.

25. August 1940
Erster Transport mit 160 geschwächten, nicht mehr arbeitsfähigen Häftlingen nach Dachau im Austausch gegen andere Häftlinge.

Oktober und November
Transport weiterer 600 Geschwächter nach Dachau.

Dezember 1940
Erstmals Einweisungen durch die Hamburger Gestapo.

Ende 1940
Etwa 2900 Häftlinge in Neuengamme.
Stand der Einweisungsnummern: etwa 4000.
März bis Dezember: 430 Tote verzeichnet.

virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

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