Nachgeschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergingen viele Jahre, bis die Morde an den Kindern, ihren Betreuern und den sowjetischen Häftlingen von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Die Tathergänge wurden 1946 in den Curiohaus-Prozessen zwar rekonstruiert und die bis dahin gefassten Täter zum Tode verurteilt, doch ein öffentliches Gedenken an die Opfer fand nicht statt. Erst nach jahrelangem Drängen ehemaliger Häftlinge des KZ Neuengamme ließ der Hamburger Senat 1963 eine Gedenktafel für die Kinder und ihre Betreuer im Schulgebäude am Bullenhuser Damm anbringen. Genaue Kenntnisse über die medizinischen Experimente erbrachte der 1966 in der DDR geführte Prozess gegen den verantwortlichen Arzt Dr. Kurt Heißmeyer, der nach Kriegsende in Magdeburg lebte.

Die Skulptur aus Bronze, die an die ermordeten sowjetischen Häftlinge in der Schule am Bullenhuser Damm erinnert, ist zum Gedenken mit Blumen geschmückt.

Im Jahr 1979 begann eine intensivere öffentliche Auseinandersetzung mit dem Verbrechen am Bullenhuser Damm. Der Journalist Günther Schwarberg hatte Angehörige von fünf ermordeten Kindern gefunden und in einer Artikel-Serie im „Stern“ über das Verbrechen und die Opfer berichtet. An einer Gedenkfeier am 20. April 1979 nahmen auch Verwandte der Kinder aus dem Ausland teil. Gemeinsam mit den Hamburger Initiatorinnen und Initiatoren der Gedenkfeier gründeten sie die Vereinigung „Kinder vom Bullenhuser Damm e. V.“. Ihr Ziel war es, die Erinnerung an die Opfer des Verbrechens wachzuhalten und den ehemaligen SS-Hauptsturmführer Arnold Strippel vor Gericht zu bringen. Der Verein richtete 1980 in zwei von der Schulbehörde zur Verfügung gestellten Kellerräumen die Gedenkstätte Bullenhuser Damm und eine erste Ausstellung ein, 1983 wurde der Rosengarten angelegt. Für die sowjetischen Häftlinge, die am selben Tag wie die Kinder und deren Betreuer ermordet worden waren, wurde erst 1985 ein Denkmal am Rosengarten errichtet. Bis 1999 wurde die Gedenkstätte vom Verein betrieben, seitdem ist sie eine Außenstelle der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Sie ist zu einem wichtigen Erinnerungsort in Hamburg geworden. Bis heute gibt es offene Fragen zu den Identitäten der Kinder und der sowjetischen Häftlinge. Die Forschung ist nicht abgeschlossen.

virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

E-Mail: lernwerkstatt@gedenkstaetten.hamburg.de
Telefon: +49 40 428 131 551