Zeittafel 1941

1941

Januar
484 Häftlinge kommen aus Dachau, darunter erstmals Tschechen in größerer Zahl.
Januar bis Dezember
Hunderte von Einweisungen durch die Hamburger Gestapo.

Januar und Februar
50 Zeugen Jehovas werden zum Reetschneiden nach Darß geschickt.

April
1002 Häftlinge kommen aus Auschwitz, darunter viele Jugendliche. Die Polen bilden nun die größte nationale Gruppe im Lager.

bis ca. September
Fertigstellung des Häftlingslagers: Proviantgebäude mit Kartoffelkeller, Gerätekammer und Kantine; Kanalisation; Betonierung des Appellplatzes und der Wege; nach und nach Einrichtung mit Betten, Tischen und Bänken. Besonders die Kanalisation (fließendes Wasser!) und die Betonierung des Appellplatzes bedeuten eine spürbare Erleichterung für die Insassen.

August
Nach dem Überfall auf die UdSSR werden 43 sowjetische Offiziere aus Lagern in der Lüneburger Heide in Neuengamme erschossen.

September bis Dezember
Aus Belgien (Fort Breendonck) und den Niederlanden (Lager Amersfoort) kommen insgesamt über 700 Häftlinge.

16. Oktober
1000 sowjetische Kriegsgefangene aus dem Stalag X D (Wietzendorf) treffen völlig heruntergekommen in Neuengamme ein - zerlumpt, verlaust, halbverhungert. Sie werden in zwei unmöblierte, zusätzlich umzäunte Blocks einquartiert und erhalten keine KZ-Kleidung und keine Häftlingsnummern. Am Zauntor befindet sich ein Schild mit der Aufschrift „Kriegsgefangenenarbeitslager”. Sie werden noch schlechter verpflegt als die KZ-Gefangenen und sterben in großer Zahl dahin.

Dezember 1941 bis April 1942
50 Zeugen Jehovas zum Reetschneiden in Darß.

Dezember 1941
Durch die primitiven hygienischen Verhältnisse verbreitet sich Flecktyphus im Lager (durch Läuse übertragen). Am 28. Dez. wird das Lager unter Quarantäne gestellt; niemand darf hinaus und hinein mit Ausnahme weniger SS-Leute, die die Zählappelle abnehmen.

1941
Insgesamt 434 Tote verzeichnet. Vier Transporte mit insgesamt 1605 Geschwächten nach  Dachau
Ende 1941 Etwa 4500-4800 Häftlinge in Neuengamme (einschließlich der sowjetischen Kriegsgefangenen). Stand der Einweisungsnummern: etwa 6950; hinzukommen die sowjetischen Kriegsgefangenen mit eigenen Nummern.

virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

E-Mail: lernwerkstatt@gedenkstaetten.hamburg.de
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