Das Außenlager Bullenhuser Damm

Verschiedene Außenlager des KZ Neuengamme waren direkt in Hamburg errichtet worden, um Firmen kostengünstig Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. KZ-Häftlinge wurden außerdem bei der Trümmerbeseitigung, bei der Leichenbergung und bei der Bombenräumung in durch Luftangriffe zerstörten Stadtteilen eingesetzt. Eines dieser Außenlager entstand am Bullenhuser Damm in einer ehemaligen Schule.

Schwarz-weiß-Foto des Gebäudes der Schule Bullenhuser Damm im Jahre 1990.

Ende Juli 1943 wurde Rothenburgsort bei einem Bombenangriff der britischen und US-amerikanischen Luftwaffe weitgehend zerstört. In dem erhalten gebliebenen Schulgebäude fand kein Unterricht mehr statt. Ab August 1944 verhandelten verschiedene Hamburger Behörden über die Einrichtung eines Außenlagers des KZ Neuengamme in dem leer stehenden Gebäude am Bullenhuser Damm. 1000 KZ-Häftlinge sollten in Rothenburgsort für die SS-eignen Firma Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt) arbeiten. Im Herbst 1944 gab die Stadt Hamburg das Gebäude an die SS ab. Bis Ende November 1944 wurde die ehemalige Schule zum Außenlager umgebaut. Die Fenster des Gebäudes wurden vergittert und Schule und Schulhof mit Stacheldraht umzäunt. Die ersten Häftlinge, die überwiegend aus Polen und der Sowjetunion kamen, trafen im Dezember 1944 ein. Sie wurden zunächst zu Aufräumarbeiten und bei der Aufbereitung von Ziegeln der zerstörten Gebäude eingesetzt. Im Bericht des Standortarztes, Dr. Alfred Trzebinski, vom 29. März 1945 wurde für das Außenlager ein Bestand von 592 KZ-Häftlingen angegeben. Es waren zeitweise zusätzlich über 200 dänische Häftlinge am Bullenhuser Damm untergebracht, die das Dänische und Schwedische Rote Kreuz im April 1945 nach Verhandlungen mit der SS nach Dänemark evakuieren konnten. Im April 1945 räumte die SS das Außenlager und transportierte die Häftlinge in sogenannte „Auffanglager“ wie das Kriegsgefangenlager Sandbostel.

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