Zeittafel 1945

1945

Januar bis April
Etwa 28.000 Menschen von der Gestapo und aus anderen Lagern eingewiesen.
- Errichtung von über 10 neuen Außenlagern.
- Viele der bestehenden Außenlager werden aufgelöst, die Häftlinge nach Neuengamme geschickt.
- Weil immer mehr Arbeitsunfähige aus den Außenlagern zurückkommen, wird das Hauptlager zum Sterbelager. Über die Hälfte der Häftlinge sind völlig entkräftet. Immer mehr Unterkünfte werden zu „Schonungsblocks” erklärt, eine Baracke wird als „Revier 5” eingerichtet.
- Mehrere Transporte Entkräfteter nach Bergen-Belsen.
- Hunderte von Hinrichtungen im Arrestbunker, unter anderem eine Gruppe holländischer Eisenbahner, die wegen eines Streiks eingeliefert worden sind.

ab Dezember 1944
Vom Roten Kreuz treffen Hunderte von Lebensmittelpaketen ein, doch die Lagerführung hält sie bis März 1945 unter Verschluss, obwohl die Verpflegung immer katastrophaler wird.

Februar bis April
Durch Verhandlungen erreicht das schwedische Rote Kreuz (Graf Folke Bernadotte), daß alle skandinavischen Gefangenen - zusammen über 4000 - aus deutschen Gefängnissen und Konzentrationslagern nach Neuengamme gebracht werden. Kranke dürfen nach Dänemark und Schweden weitertransportiert werden. Um im Lager Platz zu schaffen, werden Ende März / Anfang April über 4000 entkräftete Häftlinge aus Neuengamme nach Hannover und Braunschweig abgeschoben.

Januar bis April
Die Einlieferungsnummern steigen auf über 87.000 bei den Männern und über 13.000 bei den Frauen. Bis zur Räumung der Lager mindestens 9000 Tote (einschließlich Außenlager). April Räumung der Außenlager; Transport oder Marsch zu Auffanglagern (Bergen-Belsen, Sandbostel bei Bremervörde, Wöbbelin bei Ludwigslust); dabei Tausende von Toten.

2. Aprilhälfte
Eintreffen mehrerer tausend Rotkreuzpakete.

19. April
Anordnung zur Räumung des Hauptlagers. Himmler hatte den Befehl erteilt, daß die KZ-Gefangenen beim militärischen Rückzug nicht zurückgelassen werden dürfen.

ab 20. April
Die meisten Häftlinge werden nach Lübeck transportiert und trotz der Gefahr der Bombardierung auf drei Schiffe verladen, die in der Lübecker Bucht ankern. Über 4200 dänische und norwegische Häftlinge werden mit Bussen des Roten Kreuzes nach Dänemark gebracht.

20. und 21. April
Hinrichtung von 20 jüdischen Kindern, an denen der SS-Arzt Heißmeyer medizinische Versuche durchführte, und ihrer Betreuer in der Schule Bullenhuser Damm.

21. bis 23. April
Hinrichtung von 71 politischen Gefangenen aus Hamburg im Konzentrationslager Neuengamme.

29. April
Die letzten 700 Häftlinge, die die Akten verbrennen und das Lager aufräumen mussten, marschieren fort, die meisten nach Hamburg. Der Kommandant zieht sich mit wenigen SS-Leuten nach Schleswig-Holstein zurück. Er nimmt aus Tausenden von Rotkreuzpaketen Zigaretten, Schokolade und Kaffee mit.

3. Mai
Bombardierung der Schiffe in der Lübecker Bucht. Etwa 7000 KZ-Häftlinge ertrinken. Insgesamt waren etwa 104.000 Männer und Frauen im Konzentrationslager Neuengamme inhaftiert; außerdem wurden etwa 2000 Menschen zur Hinrichtung dorthin gebracht. Es wird geschätzt, dass etwa 55.000 von ihnen nicht überlebten.

virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

E-Mail: lernwerkstatt@gedenkstaetten.hamburg.de
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