Fallersleben-Laagberg (Männer)
Außenlagerthemenmappe der Ausstellung "Zeitspuren". Informationstext, Berichte, Dokumente. Seit 1941 setzte das Volkswagenwerk neben vielen tausend ausländischen Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in seiner Rüstungsproduktion auch KZ-Häftlingeein. Im Unterschied zum 1942 eingerichteten formal eigenständigen KZ Arbeitsdorf handelte es sich bei den beiden 1944 in Fallersleben errichteten Lagern für männliche und weibliche Häftlinge um Außenlager des KZ Neuengamme. Zunächst trafen am 31. Mai 1944 800 männliche Häftlinge aus dem Stammlager Neuengamme auf dem Laagberg ein, etwa drei Kilometer vom Volkswagenwerk entfernt. 350 von ihnen kamen aus Frankreich, 150 aus den Niederlanden, 150 aus der Sowjetunion und Polen sowie 100 aus Spanien. Etwa 18 deutsche Funktionshäftlinge hatten die Aufgaben in der Häftlingsverwaltung wahrzunehmen. Die Häftlinge wurden für den Arbeitseinsatz in Kolonnen eingeteilt. Acht Kolonnen arbeiteten für die Deutsche Bau AG, die im Auftrag des Volkswagenwerks Baracken für ein neues Lager errichten sollte. Die neunte Kolonne, ausschließlich sowjetische Häftlinge, musste in den Schmiedebetrieben des Volkswagenwerkes arbeiten. Nach Angaben des SS-Standortarztes des KZ Neuengamme, Dr. Alfred Trzebinski, waren am 25. März 1945 noch 656 männliche Häftlinge zur Arbeit im Volkswagenwerk eingesetzt. Die übrigen 144 Häftlinge waren entweder gestorben oder wegen Erschöpfung ins Stammlager Neuengamme zurückgeschickt worden. Anfang April kamen im Zuge der Räumung der Lager in Porta Westfalica weitere Häftlinge nach Fallersleben. Sämtliche Häftlinge wurden am 8. April per Bahn in das Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust transportiert. Lagerführer war SS-Hauptscharführer Johannes Pump, sein Stellvertreter, gleichzeitig zuständig für den Arbeitseinsatz, war der aus Dänemark stammende SS-Unterscharführer Anton Callesen. Pump wurde im Januar 1945 durch den Wehrmachtsoffizier Karl Werringloer ersetzt, worauf sich die Bedingungen im Lager für kurze Zeit verbesserten.
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