Warum Hamburg als Ausgangspunkt für ein Projekt mit Nachkomm*innen von NS-Verfolgten?

Hamburg spielte im System der nationalsozialistischen Verfolgung eine wichtige Rolle. In Hamburg gab es zwar eine linkspolitisch aktive Arbeiterklasse, dennoch wuchs schon in den 1920er Jahren der Zuspruch für die NSDAP. Aus der Wahl von 1932 ging die NSDAP als stärkste Fraktion im Landesparlament hervor. Am 8. März 1933 wählte die Hamburgische Bürgerschaft eine Koalitionsregierung, die zur Hälfte aus NSDAP-Vertretern bestand.

In kürzester Zeit wurden Polizei, Justiz und die übrige Hamburger Verwaltung im Sinne der NSDAP ausgerichtet. Noch 1933 wurde das Konzentrationslager Fuhlsbüttel (später „Polizeigefängnis Fuhlsbüttel“) eingerichtet. Das „Stadthaus“ in der Innenstadt war als Sitz des Polizeipräsidiums, der Geheimen Staatspolizei und der Kriminalpolizei ein zentraler Ort des nationalsozialistischen Terrors.

Ab 1938 baute die SS das Konzentrationslager Neuengamme am Stadtrand auf. Es entwickelte sich zum größten Konzentrationslager in Nordwestdeutschland. Bis 1945 waren dort und in seinen 86 Außenlagern über 100.000 Menschen inhaftiert, vor allem aus den deutsch besetzten europäischen Ländern. Die meisten Häftlinge waren politische Gegner*innen. Aber auch Juden*Jüdinnen, Sinti* und Roma* sowie von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verunglimpfte Menschen waren unter ihnen. Nur etwa die Hälfte überlebte das Lager.

Im Hamburger Freihafen wurden im Lagerhaus Fruchtschuppen C Sinti* und Roma* vor ihrer Deportation in die Ghettos und Lager in Osteuropa festgehalten. Vom nahegelegenem Hannoverschen Bahnhof wurden fast 8.000 Juden*Jüdinnen sowie Sinti* und Roma* aus Hamburg und Norddeutschland deportiert. Darüber hinaus waren Hamburger Heil- und Pflegeanstalten Tatorte der NS-Krankenmorde.

virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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