Erinnern, Gedenken oder doch Verdrängung?
Wie entsteht Erinnerung, wer erinnert sich und wie wird erinnert? Wenn wir über Erinnern und Gedenken sprechen, denken wir oft nur an öffentliche und offizielle Formen: die großen Veranstaltungen an Jahrestagen oder offizielle Gedenkorte wie Gedenkstätten und Mahnmale. Doch die ersten Erinnerungen beginnen in den Familien, innerhalb von Communities oder durch lokale Vereinigungen. Gerade da, wo die politische und gesellschaftliche Anerkennung fehlt, bleibt das Erinnern den ehemals Verfolgten und ihren Angehörigen überlassen. Zum Beispiel waren Sinti* und Roma* lange Zeit aus der offiziellen Erinnerungskultur ausgeschlossen. Gleiches gilt für queere Menschen oder jene, die unter den Stigmen „Asozial“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Ihre Geschichten wurden nicht beachtet, ihr Leiden nicht anerkannt, ihre Forderungen ignoriert.
Videos der Nachkomm*innen und Studierenden
Ahmik Schwarzer
Daniel Prüss
Stefanie Soltek
Sandra Polom
Shlica Weiß
Mit dem wachsenden zeitlichen Abstand zum Zweiten Weltkrieg gibt es immer weniger Überlebende, die ihre Geschichten erzählen und weitertragen können. Damit tragen die Nachkomm*innen eine zunehmende Verantwortung hinsichtlich einer Form des Erinnerns und der Arbeit mit Gedenkstätten. An den Gedenkorten der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte gibt es verschiedene Initiativen, mit dem Ziel, Angehörige stärker in die Gedenkstättenarbeit einzubinden. Teilweise gehen diese Initiativen auch von den Angehörigen selbst aus.