Rathausausstellung 2026 - Tafel 16: »Volksbildung« im Sinne des Nationalsozialismus | Town-hall Exhibition 2026 - Panel 16: ‘The education of the public’ as conceived by National Socialism
Das Beispiel Hamburger Bücherhallen In der NS-Zeit sollten Büchereien der ideologischen Erziehung der »Volksgemeinschaft« dienen. Der deutschnationale Direktor der Hamburger Bücherhallen Wilhelm Schuster hatte schon vor 1933 begonnen, gezielt rechte Literatur anzukaufen. Er plädierte dafür, Arme und »Ungebildete« von der Bücherhallennutzung auszuschließen. Nach dem Machtantritt der NSDAP ließ er alle Bücher entfernen, die nicht der NS-Ideologie entsprachen. Bei der öffentlichen Bücherverbrennung in Hamburg-Bergedorf am 24. Juni 1933 stammten mehrere Hundert der verbrannten Bücher aus der lokalen Bücherhalle. Im Krieg radikalisierte sich der »Bildungsauftrag« weiter. Literatur sollte den Durchhaltewillen der Bevölkerung stärken und die Besetzung vor allem osteuropäischer Länder rechtfertigen.
PDF-Dokument anzeigen