Egon Mettbach

Ein Sinto-Junge überlebt die NS-Verfolgung

Egon Mettbachs Enkeltochter Shlica Weiß erklärt die Abwesenheit eines Fotos von ihrem Großvater wie folgt: „Mein Großvater hat sehr schlimme Erfahrungen während der NS-Zeit erlebt, diese haben ihn geprägt – bis heute. Zum Schutz seiner Person möchte er von sich keine Fotos der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Sein Wunsch nach Schutz der Privatsphäre und persönlichen Integrität sind Ausdruck einer tief berechtigten Sorge. Es geht ihm um den Wunsch nach Sicherheit in einer Welt, in der Sinti und Roma auch heute noch mit Vorurteilen, Diskriminierungen und Antiziganismus konfrontiert werden.“

Biografie

Biografie von Egon Mettbach

15. Oktober 1935Egon Mettbach kommt in Hamburg-Wandsbek zur Welt.
16. Mai 1940Egon Mettbach und seine Familie werden wegen ihrer Zugehörigkeit zur Minderheit der Sinti und Roma nach Polen in das Arbeitslager Bełżec deportiert.
Bis 1945Er überlebt verschiedene Konzentrationslager und Ghettos, u.a. das Warschauer Ghetto und das Konzentrations- und Vernichtungslager Lublin-Majdanek.
Frühjahr 1945Egon Mettbach wird von der US-amerikanischen Armee befreit. Seine Großmutter, seine Mutter und wenige weitere Verwandte überleben ebenfalls. Über das Schicksal vieler anderer Verwandter ist nichts bekannt. Er und die anderen Überlebenden seiner Familie kehren nach Hamburg-Wandsbek zurück.
Ab 1946Egon Mettbach besucht die Bovestraße Schule.
Ab 1954Er arbeitet in verschiedenen Handwerks- und Baubetrieben.
16. Januar 1963Egon Mettbach heiratet Lajana Steinbach. Sie ist eine Sinteza und war ebenfalls nach Bełżec deportiert worden. Mit ihr bekommt er fünf Kinder.
24. November 1999Egon Mettbachs Ehefrau Lajana stirbt. Seine Kinder und viele seiner nahen Verwandten wohnen in der Nähe und kümmern sich um ihn, bis heute.
2025Egon Mettbach hat mittlerweile 15 Enkelkinder, 34 Urenkel und -enkelinnen sowie zehn Ururenkel und -enkelinnen. Das Erinnern an die Verfolgung und Ermordung während der NS-Zeit ist Teil des Familienlebens.

Aufgaben 3

3.1.
Was erfährst Du über die Lebensumstände und die Werte von Familie Mettbach? Nenne drei Punkte.



3.2.
Wie stellst Du Dir ein würdiges Gedenken für die Menschen vor, die vom Hannoverschen Bahnhof in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager im deutsch besetzten östlichen Europa deportiert wurden?



3.3.
Fasse zusammen, wie das Leben von Sinti* und Roma* im Arbeitslager Belcez war.



3.4.
Egon Mettbach möchte keine Fotos von sich selbst für Ausstellungen oder Forschungszwecke zur Verfügung stellen. Warum ist das so?



3.5.
Welche Erfahrungen machen Sinti* und Roma* heute?



Lebensweg von Egon Mettbach in einer interaktiven Karte

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virtuelle Ausstellungen

Die Hauptausstellung „Zeitspuren“ sowie die übrigen Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stehen auch in der Mediathek digital zur Verfügung.

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Kontakt

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