Rathausausstellung 2026 - Tafel 19: Zwischen Regimetreue und Freiräumen | Town-hall Exhibition 2026 - Panel 19: Between loyalty to the regime and artistic licence
Das Beispiel Thalia Theater Die großen Hamburger Theater wurden im Nationalsozialismus verstaatlicht. Das Thalia Theater war bis 1936 ein privates Theater. Es musste sich zwar an die Vorgaben der Reichstheaterkammer halten, hatte aber auch Freiräume. Der beliebte, mit einer Jüdin verheiratete Schauspieler Willy Maertens blieb am Theater. Stücke jüdischer Autoren wurden unter Decknamen auf die Bühne gebracht. 1938 stellte das Theater den Kommunisten Otto Gröllmann als Bühnenbildner und Atelierleiter ein. Zugleich nutzten NS-Organisationen wie die Hitlerjugend das Thalia Theater für Großveranstaltungen. In Programmheften wurden u.a. Reden von Adolf Hitler und Joseph Goebbels abgedruckt. Ab 1939 waren der Hamburger Kultursenator Hellmuth Becker und der NSDAP-Gaupropagandaleiter Hans Rodde Mitglieder im Aufsichtsrat des Thalia Theaters.
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