Rathausausstellung 2026 - Tafel 23: Hamburger Nachtleben im Nationalsozialismus | Town-hall Exhibition 2026 - Panel 23: Hamburg’s Nightlife under National socialism
Geordnetes Vergnügen mit kleinen Freiräumen Die Angebote und Vorstellungen in Bars, Tanzlokalen, »verruchten« Shows und Varietés des Hamburger Nachtlebens entsprachen vielfach nicht den nationalsozialistischen Moralvorstellungen. Mit verstärkten Polizeikontrollen und dem Entzug von Konzessionen gingen die Nationalsozialisten gegen »Sittenverstöße« und missliebige Betreiber*innen vor. Die Landesstelle der Reichmusikkammer schritt gegen Aufführungen von Swingmusik ein. Prostitution blieb zwar erlaubt, wurde aber polizeilich kontrolliert. Die Nationalsozialisten griffen allerdings nicht in den gesamten privaten Kultursektor ein, da er für die Alltagszufriedenheit der »Volksgemeinschaft« eine zu große Bedeutung hatte. So blieben zumindest eine Zeitlang noch Freiräume für alternative Milieus z. B. von queeren Menschen oder Swingjugendlichen erhalten.
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